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Bericht des Vorsitzenden
an
die Mitgliederversammlung des Sächsischen Museumsbundes e.V. am 10.
März 2008 in Leipzig ...als WORD-Dokument
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Bericht des Vorsitzenden
an die Mitgliederversammlung des Sächsischen
Museumsbundes e.V. am 19. März 2007 in Zittau
Dank
Ganz großen Anteil
am Gelingen der Zittauer Tagung hat Herr Dr. Volker Dudeck. Mit dem weit
überregional bedeutsamen Fastentuch-Projekt hat er zu dem überwältigenden
Interesse schon am ersten Tag unseres Treffens beigetragen. Seine langjährigen
guten Kontakte nach Tschechien ermöglichten eine hervorragende Exkursion.
Herzlich danken wir der Belegschaft der Städtischen Museen Zittau
mit Herrn Arwed Vietze, Frau Carmen Herkner, Frau Margitta Radschinski
und Frau Andrea Klinger für die gute Vorbereitung und Betreuung zu
unserer Tagung. Die Stadtverwaltung Zittau stellte gastfreundlich ihr Rathaus
zur Verfügung und begrüßte uns gleich zu Beginn persönlich
durch Herrn Oberbürgermeister Arnd Voigt. Der Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien
mit Landrat Herrn Bernd Lange und Kulturraumsekretär Herrn Joachim
Mühle trug inhaltlich und finanziell wesentlich zum Gelingen der Tagung
bei. Besonderer Dank gilt allen für den kollegialen Erfahrungsaustausch
und die herzliche Gastfreundschaft an den Exkursionsorten. Wir freuen uns,
dass die Tagung wieder von einem Hauptsponsor unterstützt wurde: SECURITAS
Sicherheitsdienste GmbH & Co. KG.
Tagungsthema
Zu unserer diesjährigen
Tagung stellen wir die Frage „Fastenzeit in Museen?“
Leider muss man diese Nachfrage
zum Teil bejahen. Ein Kurs der Reduzierung und gar des Verzichts zeichnet
sich durch eine Reihe von Entwicklungen im Museumswesen Sachsens ab:
- Der Freistaat Sachsen
setzt rigoros sein Programm der 30-prozentigen Reduzierung des Personals
in den staatlichen Museen durch.
- Im Zuge der für 2008
vorgesehenen Verwaltungsreform will die Staatsregierung auf die Fachkompetenz
der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen verzichten und
diese auflösen.
- Kommunale Museen werden
zunehmend in Kultur-, Tourismus- und andere Eigenbetriebe eingebunden.
In der Regel rücken dabei die Museen in dere Verwaltungshierarchie
weiter nach unten.
- Der Einstellungsstopp
zur Personalreduzierung verhindert das Nachrücken einer jungen
Generation von Museumsfachleuten. Außerdem wurden erfolgreiche und
erfahrene Museumsleiter zum vorzeitigen Eintritt in den Alterszeitübergang
gedrängt.
- Die Beteiligung des Freistaates
am Zweckverband Sächsisches Industriemuseum wird jährlich
um 7 Prozent verringert. Daraus könnte man den Schluss ziehen, dass
die Bedeutung der sächsischen Industriekultur jährlich um 7 Prozent
sinkt. Wie wir das auch hier im Technischen Denkmal Kraftwerk Hirschfelde
gesehen haben, stimmt das doch nicht so.
Unserem Tagungsthema „Fastenzeit
in Museen?“ folgend muss man sich fragen: Führen diese Entbehrungen
im übertragenden Sinne wirklich zu einem positiven Fastenerfolg? Will
der Freistaat mit seinen staatlichen Museen weiter einen europäischen
Spitzenrang oder gar Niveau von Weltgeltung halten? Im Sport gelingt das
nicht ohne hervorragende Athleten. Ein staatliches Museum für Volkskunst,
in dem es nach dem Personalabbau nur noch einen Wissenschaftler, den Direktor,
gibt, wird kaum die regionalen Aufgaben erfüllen können oder
geschweige höhere Ansprüche.
Ringen um den Erhalt
der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen
Mit Entsetzen mussten wir
zur Kenntnis nehmen, dass in dem über 300 Seiten umfassenden Entwurf
des Gesetzespaktes für die 2008 in Sachsen beabsichtigte Verwaltungs-
und Funktionalreform vom 19. Dezember 2006 weiter die Auflösung der
Sächsischen Landesstelle für Museumswesen beabsichtigt ist.
Der Text, der die Landesstelle
für Museumswesen betrifft lautet:
„Am 26./27 Juni 2006 hat
das Kabinett mit Beschluss Nummer 04/0342 entschieden, dass im Rahmen der
Verwaltungs- und Funktionalreform im Freistaat Sachsen künftig auf
die Beratung nichtstaatlicher Museen durch die Landesstelle für Museumswesen
verzichtet wird. Hierbei handelt es sich um eine freiwillige Leistung des
Staates, die nicht zwingend erbracht werden muss. Die Förderaufgaben
im Bereich Museumswesen sollen gemäß Kabinettsbeschluss Nummer
04/0362 vom 18. Juli 2006 auf die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
verlagert werden. Die Landesstelle für Museumswesen wird daher aufgelöst.“
Das klingt alles sehr bestimmend
und endgültig. Sollen wir uns nun ehrfürchtig in die Weisungen
der Kabinettsbeschlüsse fügen?
Wissen die Damen und Herren
des Kabinetts eigentlich, dass sie damit nicht dem Wohle und Ansehen des
Freistaates Sachsen dienen? Was ja ihr Auftrag durch die Bürgerschaft
ist! Wir sagen deutlich: Mit der Auflösung der Landesstelle für
Museumswesen wird dem Ansehen, das Sachsen als Kulturstaat in Deutschland
und in Europa über eine Entwicklung von 15 Jahren systematisch aufgebaut
hat, schwerer Schaden und ein derber Rückschlag zugefügt. Deutschlandweit
vorbildliche und effiziente Strukturen dürfen nicht wegen der formalen
Prinzipien
einer Verwaltungsreform
zerschlagen werden. Mit der Übertragung der Fördergelder auf
die Kulturstiftung ohne die fachlich begleitende Tätigkeit bleiben
die bisher sich so positiv und vorbildlich auf die Qualität der breiten
Museumslandschaft auswirkenden Effekte auf der Strecke. All dies haben
wir als Vorstand des Sächsischen Museumsbundes in unserer Stellungnahme
zum Gesetzentwurf der Verwaltungs- und Funktionalreform zum Ausdruck gebracht.
Der gesamte Text wurde Ihnen hier zur Tagung übergeben. Unsere Argumentation
hatten wir auch bereits im Heft 32 der Informationen des Sächsischen
Museumsbundes veröffentlicht.
Weitere 116 von der Verwaltungs-
und Funktionalreform betroffene Träger öffentlicher Belange waren
bis 15. März aufgefordert, zu dem über 300 Seiten umfassenden
Gesetzesentwurf Stellung zu nehmen. Darunter waren ICOM Deutschland, der
Deutsche Museumsbund und das Institut für Museumsforschung in Berlin,
die sich natürlich in unserem Sinne speziell bezogen auf die Landesstelle
geäußert haben.
Als wichtige Verbündete
haben wir auch die 22 Kreise und die 7 kreisfreien Städte angesehen,
die ebenso Stellungnahmen abgeben durften. Wir haben unsere Mitglieder
angeregt, bei diesen Landräten und Oberbürgermeistern die Problematik
der Landesstelle anzusprechen und auf deren Votum für den Erhalt hin
zu wirken. Die Kulturraumsekretäre wurden um Hilfe gebeten und schließlich
haben wir uns mit einem Brief an alle 29 Landräte und Oberbürgermeister
sowie andere, die zur Stellungnahme aufgefordert waren, von wir auch ein
Votum für die Landesstelle erwarten konnten (z.B. Sparkassenverband
über die Vertreter der Sparkassenstiftung) gewandt. Wir mussten dabei
feststellen, dass es sehr schwierig war angesichts des riesigen Gesetzespaktes
Einsatz für unser spezielles Problem zu erreichen. 12 Landräte,
die abgeschafft werden sollen, haben vielfach ganz andere Schwerpunkte.
Trotz dieser Existenzbedrohung
setzte die Sächsische Landesstelle für Museumswesen ihre so fruchtbare
und effiziente Arbeit für ein hohes Niveau der sächsischen Museumslandschaft
fort. 86 Projekte wurden mit 727.000 Euro gefördert. Den Schwerpunkt
bildete der Bereich Restaurierung/Konservierung, in dem 31 Maßnahmen
gefördert wurden. Ein herausragendes Projekt war die Restaurierung
spätgotischer Messgewänder der Städtischen Sammlungen Görlitz.
Qualitätvolle Ausstellungsneugestaltungen wurden im Musikinstrumenten-Museum
Markneukirchen sowie in den Museen Grimma und Olbernhau erreicht. Durch
die Förderung von Konzeptionen wurde eine professionelle Grundlage
für die Neugestaltung des Stadtmuseums Riesa, des Adam-Ries-Hauses
in Annaberg-Buchholz und des Bergbaumuseums Altenberg geschaffen. Auch
große Museen erhielten von der Landesstelle Unterstützung: Museum
für Angewandte Kunst Leipzig, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig
und Städtische Kunstsammlungen Chemnitz.
Aktualisierung der
Museumskonzeption
Am 13. Februar 2007 hatten
der Vorsitzende und das Vorstandsmitglied Herr Dr. Thomas Schuler die Möglichkeit,
mit der neuen Staatsministerin Frau Dr. Eva-Maria Stange ein Gespräch
zu führen. Es wurden folgende Aufgaben, Probleme und Fragen angesprochen:
- Aktualisierung der Museumskonzeption
- Erhalt der Qualität
der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen
- Zukunft des Zweckverbandes
Sächsisches Industriemuseum bei sinkender Beteiligung des
Freistaates
- Ziele der Kulturraumförderung
im Museumswesen
- Sicherung der internationalen
Qualität der staatlichen Museen trotz Personalabbaues
- Rolle und Finanzierung
eines sächsischen Museumspreises
- Planungssicherheit bei
der Nutzung von Fördermitteln
Berichten möchte ich
hier über die Aktualisierung der Museumskonzeption von 2001, was der
Schwerpunkt des Gespräches mit der Ministerin war.
Wir verwiesen auf unsere
damaligen Forderungen an eine Museumskonzeption, die wir im Heft 23 unserer
Verbandszeitschrift veröffentlicht haben.
In den Grundzügen decken
sich unsere damaligen Auffassungen mit den 2005 vom Deutschen Museumsbund
und ICOM Deutschland formulierten Standards für Museen:
- ICOM- Museumsdefinition
als Ausgangspunkt aller konzeptioneller Entscheidungen
- Sicherung der Dauerhaftigkeit
des Museums
- Grundlegende Bedeutung
von Satzungen für die einzelnen Museen
- Qualifiziertes Personal
Wir stellten und beantworteten
schon im Jahre 2001 die Fragen: Woran misst sich die Effizienz der Museen?
Welchen Platz nehmen Museen in der heutigen Medienwelt ein? In welchem
Verhältnis steht der Museumsbesuch zu anderen Freizeitangeboten? Können
Museen als Wirtschaftsunternehmen geführt werden? Nützt der Wechsel
der Trägerschaft den Zielen der musealen Arbeit? Im Juni 2002 kam
es im Kulturausschuss des Landtages zu einer Anhörung über die
Museumskonzeption.
Insbesondere forderten wir
langfristige Weichenstellungen für die weitere erfolgreiche Entwicklung
des Museumswesens in Sachsen. Außerdem erreichten wir damals beim
Sächsischen Städte- und Gemeindetag, sich bei ihren Kommunen
für das langfristige Bekenntnis zu den Museen in deren Eigentum einzusetzen.
Wir machten Frau Staatsministerin Stange auf diese Prinzipien als Ausgangspunkt
für die Aktualisierung der Museumskonzeption aufmerksam. Weiterhin
warnten wir vor einem Zeitdruck, der keine gründlichen Zuarbeiten
und Analysen durch die Betroffenen zulässt.
Konzeptionstreue wurde angemahnt.
So enthielt die Konzeption von 2001 die Festlegung, das Japanische Palais
in Dresden als Ausstellungsgebäude für vier Museen unter einem
Dach zügig auszubauen (Museum für Tierkunde, Museum für
Mineralogie und Geologie, Museum für Vorgeschichte und Museum für
Völkerkunde). Die uns bekannte Entwicklung seitdem hat nichts mit
Konzeptionstreue zu tun. Besserung ist nicht in Sicht. Vor 14 Tagen verkündete
die Pressesprecherin des SMWK, dass im Japanischen Palais ein naturhistorisches
Kindermuseum eingerichtet werden solle. Der Gipfel der Konzeptionslosigkeit
dabei ist, dass es dazu mit dem Direktor der Staatlichen Naturhistorischen
Sammlungen nicht keine Abstimmung gab und er dies erst aus der Presse erfuhr.
Der Sächsische Museumsbund hat sich immer für die Arbeit an einer
echten Museumskonzeption ausgesprochen und ist in diesem Sinne zur Mitarbeit
bereit. Das SMWK kann nur für die staatlichen Museen konzeptionelle
Festlegungen treffen. Es kann aber nicht die Entscheidungshoheit anderer
Träger eingreifen. Wir als Sächsischer Museumsbund verfügen
hier über den Vorteil, dass wir mit allen unseren Mitgliedern über
die Museumskonzeption sprechen können: den kommunalen Museen, den
staatlichen Schlössern, Burgen und Gärten, der Stiftung Sächsische
Gedenkstätten sowie einzelnen Stiftungen(z.B. Deutsches Hygiene-Museum)
und privaten Museen.
Tätigkeitsbericht
des Vorstandes
Als sehr erfreulich können
wir einen weiteren Anstieg unserer Mitgliederzahl auf 260 verzeichnen.
Im Vergleich waren es vor einem Jahr 246. Es gab im Berichtszeitraum den
Austritt eines persönlichen Mitgliedes und von zwei Museen aufgrund
von Zusammenschlüssen (in Altenberg und Sebnitz). Dem gegenüber
standen 16 Beitritte (10 Museen und 6 Personen) und ein Wiedereintritt
(Großbothen).
Im Berichtszeitraum fanden
5 Vorstandssitzungen statt:
- 29. April 2006 im Sorbischen
Museum Bautzen
- 19. Juni 2006 in der HTWK
Leipzig, Studiengang Museologie
- 14. September 2006 in
Sächsischen Landesstelle für Museumswesen Chemnitz
- 7. Dezember 2006 im Rathaus
Zittau
- 2. Februar 2007 im Stadtmuseum
Dresden
Hauptproblem war der Erhalt
der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen. Dieses Thema hat
uns viel Kraft gekostet und vom Einsatz für vorwärtsweisende
Aktivitäten abgehalten. Am 19. Juni 2006 führten wir ein Gespräch
mit dem Vorsitzenden des Ausschusses Wissenschaft und Hochschule, Kultur
und Medien des Sächsischen Landtages Herrn Robert Clemen. Er stimmte
uns in den Argumenten zum Erhalt der Sächsischen Landesstelle für
Museumswesen grundsätzlich zu. Aber der Kabinettsbeschluss vom 26./27.
Juni wurde nicht verhindert. Daraufhin wandten wir uns Ende Juli mit Großer
Besorgnis an den Staatssekretär im SMWK Herrn Dr. Knut Nevermann,
mit dem ich am 26. Juli im Beisein von Frau Mieth ein Gespräch führte.
Nach dem Kabinettsbeschluss vom 18. Juli 2006, die Förderaufgaben
im Bereich Museumswesen von der Landesstelle für Museumswesen in die
Kulturstiftung zu verlagern, suchte wir das Gespräch mit dem Präsidenten
der Kulturstiftung MdL Herrn Steffen Heitmann. Die Übernahme der jetzigen
Aufgaben der Landesstelle für Museumswesen einschließlich des
Fachpersonals hielt er für möglich.
Das könne aber nur
geschehen, wenn diese neue Aufgabenstellung der Kulturstiftung vom Freistaat
zugewiesen würde. Das ist jedoch bisher nicht geschehen. Die bloße
Übernahme der für die Kulturstiftung relativ kleinen Summe von
800.000 Euro ist ein relativ einfacher Akt, da die Kulturstiftung bereits
für andere Kultursparten Fördermittel ohne fachliche Beratung
und Begleitung ausgibt. Gerade das bemängeln die betroffenen anderen
Kulturverbände. Nach der bisherigen Förderpolitik der Kulturstiftung
folgend könnten mit 800.000 Euro zwei besondere Gemälde an finanziert
werden, statt 80 fachlich begleitete Projekte durch die Landesstelle für
Museumswesen.
Am 15. September 2006 führte
der kulturpolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag
Herr Dr. Andreas Schmalfuß ein Gespräch mit ca. 20 Museumsleuten,
die gegenüber Landtagsabgeordneten für den Erhalt der Landesstelle
eingesetzt hatten. Zur Vorstandssitzung am 2. Februar 2007 suchten wir
erneut die Aussprache mit den kulturpolitischen Sprechern bzw. deren Mitarbeitern
der Fraktionen CDU, SPD, Bündnis 90 die Grünen, FDP und PDS.
Nun über andere
Aktivitäten des Vorstandes:
- Die Fortbildungstagung
am 6. November 2006 in der HTWK Leipzig zum Thema „Qualität des Sammelns“
fand mit 132 Teilnehmern einen außerordentlich großen Zuspruch,
ebenso die anschließenden Exkursionen in die Sammlungen Leipziger
Museen. Die Vorbereitung lag in den Händen von Herrn Dr. Thomas Schuler
und Herrn Prof. Dr. Dr. Markus Walz von der HTWK, der selbst zwei Grundsatzreferate
übernahm. Wir danken beiden recht herzlich für das große
Engagement.
- Das Heft 32 unserer Verbandszeitschrift
„Informationen des Sächsischen Museumsbundes“ erschien in neuer Gestaltung
und in der Erweiterung „Museumswesen in Sachsen“ gemeinsam mit der Sächsischen
Landesstelle für Museumswesen. Das Heft wurde mit 152 Seiten Umfang
sehr kompakt. In den Vorstandssitzungen im April, Juni und September wurde
aus mehreren Angeboten die jetzige Gestaltung ausgewählt und entwickelt.
Herr Dr. Martin Antonow übernahm die dazu erforderliche redaktionelle
Organisation.
Für die nächsten
Hefte bitten wir um Ihre Mitarbeit, besonders an den neuen Rubriken Sonderausstellungsbörse,
Personalia, Ausstellungsbesprechungen und Tagungsberichte. Dieser Neubeginn
mit Heft 32 bedeutete das Ende der langen sehr guten Zusammenarbeit mit
dem Verlag Beier & Beran von 1995 bis 2005 bei der Produktion der Hefte
10 bis 31. Ich möchte an dieser Stelle Herrn Dr. Hans-Jürgen
Beier für die vollbrachte Leistung herzlich danken. Diese Publikationen
stellen einen bleibenden bedeutenden Wert in der Entwicklung unseres Verbandes
dar.
- Am Internationalen Museumstag
2006 beteiligten sich in Sachsen 82 Museen mit 244 Aktionen. Erstmals gab
es eine zentrale Eröffnungsveranstaltung für Sachsen, die am
21. Mai im Gellert-Museum Hainichen stattfand. Im Mittelpunkt stand dabei
die familienfreundliche Aktion „Museen entdecken“ von 21 Museen des Kulturraumes
Mittelsachsen. In diesem Jahr wird der Internationale Museumstag unter
dem Motto „Museen und universelles Erbe“ für Sachsen am 19. Mai 2007
im web Museum Oederan eröffnet. Das web Museum Oederan wurde Sieger
eines sachsenweiten Wettbewerbs um die Eröffnungsveranstaltung. Zwei
weitere besondere Aktionen werden am 20. Mai mit Veranstaltungen im Musikinstrumenten-Museum
Markneukirchen und und im Kulturhistorischen Museum Görlitz gewürdigt.
- Am 7. April 2007 war Sachsen
im Museum für Naturkunde und in der Landesstelle für Museumswesen
in Chemnitz Gastgeber des Treffens der Vorsitzenden und der Geschäftsführerinnen
der ostdeutschen Museumsverbände.
- Der Sächsische Museumsbund
begrüßt die Verlängerung des bewährten Kulturraumgesetzes
bis 2011. Noch mehr Planungssicherheit würde eine Entfristung des
Gesetzes bringen. Wofür wir uns stets eingesetzt haben. Wichtig erscheint
uns die im Koalitionsvertrag festgelegte Summe der Zuwendungen des Freistaates
Sachsen in Höhe von 86,6 Millionen Euro im Dritten Gesetz zur Änderung
des Kulturraumgesetzes festzuschreiben. Durch die Umstrukturierungen
der Verwaltungsreform darf die bewährte Wirkungsweise des Kulturraumgesetzes
keinen Schaden nehmen.
Vorstandswahlen
Die diesjährigen Vorstandswahlen
bringen einen größeren Wechsel. Bereits während der Wahlperiode
schied Herr Dr. Volker Dudeck als Vorstandsmitglied aus. Vier weitere Vorstandsmitglieder
werden nicht wieder kandidieren:
- Frau Marion Schulz, Leiterin
des Neuberin-Museums Reichenbach (Vogtl.) gehörte dem Vorstand seit
den ersten Wahlen 1991 an. Sie war 1996 Gastgeberin der 5. Jahrestagung.
Viele Jahre war sie Sprecherin der Museen im Beirat des Kulturraumes Vogtland.
- Frau Dr. Christine Seige,
Abteilungsleiterin im Völkerkundemuseum Leipzig, vertrat seit 1999
im Vorstand besonders die Interessen der staatlichen Museen und der Museen
der Stadt Leipzig. Sie war an der Vorbereitung von Fortbildungsveranstaltungen
beteiligt.
- Herr Dr. Hans-Ulrich Lehmann,
Oberkustos im Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden,
hielt seit 1993 im Vorstand die Verbindung zwischen den Staatlichen Kunstsammlungen
Dresden und der gesamten sächsischen Museumslandschaft. Er war an
der Vorbereitung von Fortbildungsveranstaltungen beteiligt.
- Herr Ralf Petermann, Leiter
des Museums der Stadt Aue, vertrat seit 1993 im Vorstand die Interessen
der Stadt- und Heimatmuseen.
Wir danken allen scheidenden
Vorstandsmitgliedern für ihr langjähriges Wirken im Interesse
der
Museen im Freistaat Sachsen.
Neu zur Wahl stellen
sich:
- Frau Dr. Gabriele Buchner,
leitende Wissenschaftlerin im Vogtlandmuseum Plauen
- Herr Dr. Igor A. Jenzen,
Direktor des Museums für Sächsische Volkskunst der Staatlichen
Kunstsammlungen Dresden
- Frau Marita Pesenecker,
Leiterin des Kreismuseums Grimma
- Frau Ophelia Rehor, Leiterin
des Stadtmuseums Bautzen
- Herr Christoph Schröder,
Leiter des Bergbaumuseums Altenberg
Bisher als Vertreter des
Schloßbergmuseums Chemnitz und des Museums für Naturkunde Chemnitz
stellen sich nun als persönliche Mitglieder zur Wahl Herr Dr. Thomas
Schuler und Herr Dr. Martin Antonow. Herr Dr. Antonow wurde Anfang Februar
2007 zum Oberbürgermeister von Brand-Erbisdorf gewählt. Er will
sich trotzdem als persönliches Mitglied für das Museumswesen
einsetzen, insbesondere für den Erhalt der Landesstelle.
Auch bei den Kassenprüfern
gibt es einen Wechsel. Sehr herzlich danken wir den scheidenden Kassenprüferinnen
Frau Katja Altmann, Leiterin des Museums Radeberg, und Frau Renate Oertel,
Museumspädagogin im Verkehrsmuseum Dresden. Neu stellen sich als Kassenprüfer
zur Wahl Frau Ramona Metzler, Leiterin des web Museums Oederan, und Herr
Thomas Klein, Leiter des Stadt-, Kreis- und Lohgerbermuseums Dippoldiswalde.
Der Sächsische Museumsbund
e.V. sieht sich als eine Vertretung von Museumsleuten, die voll im Berufsleben
stehen. Das hat Vor- und Nachteile. In Museumsverbänden anderer Bundesländer
gibt es hauptamtliche Geschäftsführer und Mitarbeiter, die aber
nicht mehr wie bei uns über diese unmittelbare Beziehung zum täglichen
Museumsleben vor Ort verfügen. Auf ein Problem möchte ich nochmals
aufmerksam machen, das zunehmende Alter der Museumsleute. Nach der Wende
haben viele junge Leute im Alter um die 30 die Leitung von Museen übernommen.
Inzwischen sind 17 Jahre vergangen und die damals jungen Leute gehen auf
die 50 zu.
Vorhaben
Dieses Jahr sollen die Hefte
33 und 34 unserer Verbandszeitschrift wieder gemeinsam mit der Landesstelle
für Museumswesen erscheinen: Heft 33 zur Fortbildungstagung 2006 und
Heft 34 zur Zittauer Jahrestagung 2007. Die Fortbildungstagung 2007 ist
am Montag, dem 5. November, zum Thema „Museen haben Bestand“ geplant.
Meine Vorstellungen zur
Jahrestagung 2008 sind als Tagungsort Leipzig und das Thema „Wie offen
sind Museen?“.
Positiver Ausblick
Großen Respekt zolle
ich dem unermüdlichen Einsatz der Museumsleute für ihre Häuser.
Dazu gehört auch die jährliche besondere Veranstaltung zu Pfingsten
im Steinarbeiterhaus Hohburg. Da die Dampfmaschine Jubiläum hat, veranstaltet
Herr Müller einen Dampftag.
In diesem Sinne:
Wir machen weiter
Dampf für unsere Museen! |