Museum für Völkerkunde Dresden im Japanischen Palais

Museum für Völkerkunde Dresden im Japanischen Palais

01097 Dresden – Das Museum für Völkerkunde hat sein Domizil im Japanischen Palais, dem ältesten Museum der Stadt. Der Besucher entdeckt eine Welt mit ganz eigenen heiligen Kunstwerken der außereuropäischen Kunst.

Highlights

  • Außereuropäische Kunst und Kulturen
  • Damaskuszimmer

Informationen

Das Japanische Palais liegt anmutig am Neustädter Elbufer und wird oft überstrahlt von der berühmten Altstadtseite. August der Starke (1670 bis 1733) plante hier seinen Traum von einem Porzellanschloss zu verwirklichen und beauftragte die führenden Dresdner Architekten Pöppelmann, de Bodt, Longuelune und Knöffel mit dem Umbau. Die imposante Vierflügelanlage zählt mit ihrer Bauplastik im chinoisen Stil und ihren pagodenähnlichen Dächern zu den Meisterwerken des Dresdner Barock. Allerdings wurde die Vision vom Porzellanschloss mit Dächern und Interieur aus feinstem Porzellan nie verwirklicht.

Ab 1721 zogen hier die königliche Kunstkammer, später die Porzellansammlung und ab 1785 die antiken Skulpturen, die Münzsammlung und die kurfürstliche Bibliothek ein. Bis zur teilweisen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg nutzte die Sächsische Landesbibliothek diese Räume. Seit 1957 hat das Museum für Völkerkunde sein Domizil im Japanischen Palais. Auch die Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden zeigen hier Ausstellungen.

Einblicke in die farb- und ornamentreiche Wohnkultur Westasiens gibt der erste Teil der neuen Dauerausstellung im Museum für Völkerkunde Dresden. Ein wesentliches Merkmal des traditionellen Wohnens im Orient ist die Multifunktionalität der Räume, die geprägt sind von Architekturdekor und Textilien. Insbesondere durch letztere konnte ein Raum für unterschiedliche Zwecke hergerichtet werden. So verwandelte sich der Empfangsraum durch wenige Handgriffe und mithilfe der darin aufbewahrten Textilien in einen Schlafraum.

Das zentrale Exponat der beiden Ausstellungsräume bildet das Damaskuszimmer. Dieser Empfangsraum eines vornehmen Damaszener Wohnhauses diente der Bewirtung von Gästen. Die reich dekorierte Wand-und Deckentäfelung ist im Stil des sogenannten Türckischen Rokoko gearbeitet. Neben geometrischen und floralen Ornamenten finden sich Malereien von Blumenbuketts, Obstschalen sowie stilisierten Landschafts- und Stadtansichten. Einige Inschriften geben die Verse eines überkonfessionellen frommen Gedichtes wieder. Sie enthalten auch ein Datum, das dem Jahr 1810 n. Chr. entspricht und wahrscheinlich die Entstehungszeit angibt.

Karl Ernst Osthaus, der Gründer des Folkwang Museum Essen, hatte das aus mehr als 100 Teilen bestehende Zimmer bestellt und so gelangte es im Jahre 1899 von Damaskus nach Deutschland. Zunächst in seinem Wohnhaus in Hagen gelagert, wurde es nach Osthaus’ Tod dem Dresdner Völkerkundemuseum geschenkt. In den letzten Jahren wurde es einer umfassenden, aufwändigen Restaurierung unterzogen, die noch nicht gänzlich abgeschlossen ist. Hervorzuheben ist die original erhaltene Holztäfelung. Nur sehr wenige Museen außerhalb des Orients bieten Vergleichbares, die im Orient selbst erhaltenen Zimmer dieser Art wurden größtenteils überarbeitet, das heißt umgebaut oder übermalt.

Gleichzeitig mit dem Damaskuszimmer werden farbenprächtige Wohntextilien aus dem Großraum Westasiens präsentiert. Es wird eine Vielfalt von Materialien, Techniken und Mustern unterschiedlicher Regionen und Bevölkerungsgruppen gezeigt: Susani genannte, großflächige Seiden-Stickereien aus Mittelasien, sogenannte türkische Handtücher aus dem Osmanischen Reich, kurdische Knüpfteppiche aus Ostanatolien sowie Pailletten- und Wollstickereien aus Persien.

Die Ausstellung zum Dresdner Damaskuszimmer knüpft damit auch an die Sammlungstradition der »Türckischen Cammer« im Residenzschloss Dresden an. Dort können in einer beeindruckenden Präsentation neben prunkvollen Waffen und Gewändern, kunstvoll geschnitzte und bemalte lebensgroße Pferde und die prächtigen Teile osmanischer Staatszelte bewundert werden. Die Eintrittskarte Residenzschloss (inkl. Türckische Cammer) berechtigt daher auch zum freien Eintritt in das Damaskuszimmer im Japanischen Palais.

Kontakt

Staatliche Kunstsammlungen Dresden/ Staatliche Ethnographische Sammlungen Sachsen
Museum für Völkerkunde Dresden im Japanisches Palais
Palaisplatz 11
01097 Dresden

Telefon: 0351 49143508
Fax: 0351 49143522

E-Mail: voelkerkunde.dresden@ses.smwk.sachsen.de
Website: www.voelkerkunde-dresden.de

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